Jugendfeuerwehr - Landkreis Bayreuth

Nachwuchsretter gesucht ...

24.10.2008


... nannte sich eine Aktion der Freiwilligen Feuerwehr Bindlach am 18.10. und 19.10.2008, um Nachwuchs für die Jugendgruppe zu finden. Hierzu wurden Kinder und Jugendliche aus Bindlach und dem Ortsteil Bindlacher Berg im Alter zwischen 11 und 17 Jahren persönlich angeschrieben und eingeladen. Am Samstag ab 8.00 Uhr morgens fanden sich alle 13 Teilnehmer im Gerätehaus der Bindlacher Wehr ein.

Nach der Begrüßung ging es zum Ankleiden und zu einer Führung durch`s Gerätehaus, anschließend wurden die Fahrzeuge gezeigt. Der Alarm-Gong ertönte, es kam die Durchsage „Alarm für die Feuerwehr Bindlach, ...“.Die erste Fahrt des Tages führte zur Firma SW Color am Bindlacher Berg. Dort löste die Brandmeldeanlage aus. Mit Blaulicht und Martinshorn setzte sich der Löschzug in Bewegung. Nach dem Eintreffen am Einsatzort stellte der Einsatzleiter fest, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.

Zurück am Gerätehaus. Hier wurden die Fahrzeuge näher erklärt. Die anwesenden „Nachwuchsretter“ zeigten Begeisterung. Es verging nicht sonderlich viel Zeit und es gab wieder Alarm. „... Fahrbahnverunreinigung, umgestürzte Bäume und auslaufende Betriebsstoffe aus einem Fahrzeug“ so lautete die Durchsage der Einsatzzentrale. Die Fahrzeuge setzten sich in Bewegung. An der Einsatzstelle angekommen bot sich ein Bild der Verwüstung. Ausgerüstet mit Ölbindemittel, Schaufeln und Besen legten die Helfer los, um die Straße schnellstmöglich wieder in einen befahrbaren Zustand zu versetzen.

Nach getaner Arbeit war es Zeit für die Pause. „Essen fassen“ lautete das Stichwort, welches von allen Feuerwehrlern mit einem Lächeln im Gesicht begrüßt wurde.

Das nächste Alarmzeichen ertönte. „... rücken Sie aus ins Gewerbegebiet Bindlach Esbachgraben, dort starke Rauchentwicklung aus einer Lagerhalle, Personen vermisst.“ Und wieder ging es auf Tour. Diesmal war das Ziel der Firmensitz der Firma Ludwig Feuerschutz. Mit eigens für die Jugend gebauten Atemschutzgeräten durften dann einige mit in die leicht vernebelte Halle auf Personensuche gehen. Ausgebildete Feuerwehrleute gaben Hilfestellung beim Ablöschen der kleinen Feuer im Außenbereich des Grundstücks. Unterstützung gab es hier durch die Feuerwehr Gefrees die mit der Drehleiter des Landkreises und einem Unterstützungsfahrzeug, ihrem neuen HLF 20/16, angerückt war.

Im Anschluss an diesen Einsatz hieß es Fahrzeug- und Gerätepflege. Alle eingesetzten Fahrzeuge und Geräte mussten gründlich gereinigt werden. Auch Wasser verursacht Schmutz. Während der Reinigungsarbeiten gab es nochmals Gerätekunde. Auf Fragen fanden die Beteiligten der FF Bindlach immer die richtige Antwort. Im Laufe der Reinigungsarbeiten gab es noch ein Fotoshooting der Teilnehmer an den Fahrzeugen und Geräten.

Bei guter Laune an diesem sonnigen Samstag Nachmittag musste erneut eine Störung auftreten. Der Alarmgong ertönte mal wieder. Durchsage: „Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Bindlach, rücken Sie aus in die Ochsenkopfstraße. Dort Verkehrsunfall, 2 beteiligte Fahrzeuge, 2 Personen eingeklemmt, auslaufende Betriebsstoffe.“ Hier konnten die Nachwuchsretter einen der häufigsten Einsatzbereiche der Feuerwehren live miterleben. Die aufgebaute Szene sah auf den ersten Blick aus wie ein Ernstfall. Die Fahrzeuge stellten einen Frontalzusammenstoß dar. Die beiden verletzten Personen waren in den Fahrzeugen eingeklemmt und hatten schwere Verletzungen. Nach der ersten Erkundung der Einsatzstelle durch den Einsatzleiter begann die Rettung der Unfallopfer mittels Spreizer und Schere. Die Versorgung der Verletzten übernahm die SEG Bad Berneck. Auch hier durften die Jugendlichen wieder mit anpacken, natürlich nur mit der Unterstützung eines geschulten Feuerwehrmannes. Danach hieß es wieder aufräumen und zum Abmarsch fertig.

Im Gerätehaus zurück war dann große Pause angesagt. Abendessen und etwas Freizeit zur Regeneration. Die Kids durften uns mit allen noch offenen Fragen löchern. Jeder stand Rede und Antwort.

Um 21 Uhr am Abend gab es erneut Alarm. Die Wehr musste bei tiefer Finsternis zu einer Personensuche am Bindlacher Berg ausrücken. Auf einer etwas abseits liegenden Fläche wurden die Fahrzeuge in Position gebracht, Beleuchtung aufgebaut und eine erste Lagebesprechung abgehalten. Dann ging es auf die Suche. Ausgerüstet mit Beleuchtungsmitteln und weiterem Zubehör ging es auf die Suche. Diesmal gab es Hilfe durch die Kameraden der Feuerwehr Eckersdorf. Mittels Wärmebildkamera konnten die Vermissten besser gefunden werden. Einsatzende. Um die Jugend noch etwas bei Laune zu halten wurde der Heimweg zu Fuß angetreten, als Wegbeleuchtung dienten die Handleuchten der Einsatzfahrzeuge.

Im Gerätehaus angekommen hieß es aufwärmen und danach erst mal eine Mütze voll Schlaf nehmen. Auch die Helfer konnten jetzt ein wenig zur Ruhe kommen und etwas Kraft schöpfen.

Zum krönenden Abschluss ertönte um kurz nach 2.00 Uhr in der Nacht erneut ein Alarmton im Gebäude. Gemeldet war diesmal eine Rauchentwicklung im Bereich des Kiesweihers der Firma Weidmann. Alle Fahrzeuge unter voller Besatzung machten sich auf den Weg. Mit noch verschlafenen Blicken sah jeder einen großen Feuerschein. Was war los?! Ein Palettenstapel stand im Vollbrand. Das Feuer unter Kontrolle bringen und Ablöschen war angesagt. Nochmals kam die Wärmebildkamera der Wehr aus Eckersdorf zum Einsatz. Obwohl das Feuer gelöscht war, sah man noch deutlich die Glutnester. Die Nachwuchsretter fuhren wieder zum Gerätehaus, um die wohlverdiente Nachtruhe zu genießen. Die Nachlöscharbeiten übernahmen die „alten Hasen“ der Bindlacher Wehr.

Um 7.00 Uhr morgens wurden die Teilnehmer dann wieder aus dem Schlaf gerissen. Diesmal kein Alarm. Aufstehen und Frühstück war angesagt. Im Anschluss kamen die Eltern zum Abholen ihrer Sprösslinge. Die Verabschiedung wurde durch den 1. Vorstand Jaunich, den 1. Bürgermeister Kolb, den Kreisbrandmeister Bauer und den Organisator der Aktion Thorsten Gradtke vorgenommen.

Bei den zahlreichen Übungen im Laufe des Tages sind auch ständig interessierte Spaziergänger stehen geblieben und haben die Szenarien aufmerksam verfolgt.

Seitens der Feuerwehr Bindlach besteht nun die Hoffnung, nach diesem aufregendem Wochenende das Interesse der Jugend an der Feuerwehr zu wecken und eine weitere Jugendgruppe aufzubauen. Vielleicht spricht es sich noch bei einigen Jugendlichen herum, die nicht an der Aktion teilgenommen hatten.

Im Rückblick auf die Veranstaltung wurde diese von den Helfern, anwesenden Gästen und den Teilnehmern als gelungene Aktion betrachtet. Über eine weitere Veranstaltung wird bereits nachgedacht.



Jugendliche mit ihren Atrappen von Atemschutzgeräten

Übung im Esbachgraben, Brand einer Lagerhalle

Fahrzeug- und Gerätekunde vor dem Gerätehaus

Brand einer Freifläche in der Nacht

Vermeintliches Unfallopfer nach Erstversorgung im Fahrzeug

Aufbau einer Verkehrsabsicherung

Gruppenbild der begeisterten Jugendlichen mit den Verantwortlichen der FF Bindlach


Text: Markus Müller, FF Bindlach
Fotos: Jugendfeuerwehr, FF Bindlach

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